Das Bessere als Feind des Guten?

„Das Bessere ist der Feind des Guten“ – wer kennt das nicht – ist übrigens ursprünglich von Voltaire.

Und irgendwie ist diese Perspektive in uns allen drin und damit nicht wirklich hilfreich, wenn es um Veränderungsprozesse geht. Was dann, verständlicherweise, kurzerhand mit diversesten „Abstoßungsreaktionen“ quittiert wird.

Da habe ich doch vor kurzem in einem Vortrag von Gunther Schmidt eine viel hilfreichere Perspektive kennengelernt:

„Das Neue ist immer nur der dankbare kleine Bruder des bisherigen guten Alten“

Diese Perspektive klingt doch gleich viel hilfreicher, schwingt da ja nun ganz viel Wertschätzung und auch etwas Gleichzeitigkeit von Beidem (Alt und Neu) mit.

Ich möchte die Notwendigkeit der Gleichzeitigkeit noch paradox etwas unterstreichen:

Ich denke, dass die Gestaltung von Neuem in Veränderungsprozessen überhaupt erst in der Gleichzeitigkeit mit der Bewahrung des Bewährten möglich wird.

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2 Kommentare zu “Das Bessere als Feind des Guten?

  1. Die Entwicklungen, das Entstehen, Hervorbringen der „Next Society“ erfordert, alte Gewissheiten – wie sie sich völlig unbefragt in Sprichwörtern (meist als Totschlagargumente) manifestieren – kritisch zu hinterfragen. Erfreulich, wenn die damit unweigerlich verbundene Irrtation mit einer Alternative beruhigt wird. Aber auch hier vorsicht, eine zeitlang sollte man diese „Leerstelle“ schon belassen und sich erstmals mehrere Kanditaten anschauen, bevor man sie besetzt.Man könnte ja z.b. diesen Spruch auch so verstehen: „stimmt ja wirklich, jetzt haben wir uns so gut im Guten eingerichtet und jetzt müssen wir unsere Bequemlichkeit verlassen, wer sagt denn was das Bessere ist, das wird sich doch auch erst am Blick zurück feststellen lassen“ Der Begriff „Feind“ macht auch deutlich, dass vielleicht diese From der Unterscheidung nicht hilft. Gut -Schlecht – Besser?, jetzt beginnt der alte Kampf. Vielleicht geht es nur um „Das Andere“ und die Einladung es sich anzuschauen, zu entdecken,…

  2. …danke für Deine schönen weiterführenden Gedanken – es macht mir auch deutlich, wie sehr wir auf solche sprachlichen Konstruktionen, gerade in Mergersituationen, aufpassen müssen – und wie sehr ein paar unbedachte Worte unsere Bilder und Geschichten beeinflussen können…

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