Aktuelle Merger Beobachtungen

Im Juni dieses Jahres ging wieder einmal ein großer Merger zweier Millardenunternehmen in der Europäischen Verpackungsindustrie über die Bühne. Die englische DS-Smith Verpackungsgruppe hat von der schwedischen SCA den Verpackungsbereich gekauft, der mindestens so groß ist wie sie selbst.

Letzte Woche gab es nun eine Pressekonferenz zum Fortschritt der Integration. Man könnte ja glauben, dass dort von neuen Möglichkeiten, Chancen und Ideen gesprochen wurde. Leider nein! Das proklamierte Ziel „built up from the complementary footprints of the two businesses“ wurde anscheinend nur aus der Kostensynergie-Brille verfolgt. Da ging es fast ausschließlich um Einsparungen, Einsparungen und Einsparungen.

Ist das wirklich alles was den Architekten dieses Mergers einfällt? Ist das alles gewesen, was man aus den „gemeinsamen Stärken“ machen kann? Wo bleibt hier die Kreativität, wo sind die guten Ideen, wo ist die Vision auf die gemeinsamen Stärken zu bauen und neue Chancen zu nützen?

Aber anscheinend ist es genau das, was die Investoren und Analysten hören wollen.

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Lustvolles Mergen

An oberster Stelle der Burnoutgründe in Corporate World stehen der Mangel an Sinn, Verbundenheit und Wertschätzung. Gleichzeitig verfehlen 60-80% Unternehmensakquisitionen die angepeilten Ziele. Gibt es da einen Zusammenhang, und wenn ja, was lernen wir daraus und was könnte man da anders machen?

Akquisitionen oder Zusammenschlüsse lösen typischerweise tiefgreifende Veränderungen in Unternehmen aus, aber statt sie als traumatisches Ereignis zu erleben, könnten sie ja auch als schöne Gelegenheit zum lustvollen Lernen anhand von Unterschieden gesehen werden. Sozialromantik oder dringend notwendiger Paradigmenwechsel?

Neuste Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft, der Systemtheorie, der Gesundheitsforschung und des Design Thinkings zeigen, dass es kein Widerspruch sein muss, lustvoll an Unternehmensakquisitionen und -Zusammenschlüsse heranzugehen.

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…diese Gedanken zum „Lustvollen Mergen“ dienen mir als Guideline für ein geplantes Buch, das wir schreiben wollen.
…ich würde mich über Feedback bzw. ergänzende Meinungen dazu freuen.

„Gesunde“ Merger

Ich beschäftige mich gerade sehr intensiv mit dem Thema Gesundheit und Führung, und was diese zwei Dinge miteinander zu tun haben. Und je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr logische Zusammenhänge und Brücken tauchen dabei auf.

Wie bereits in meinem Blog vom 4. Februar geschrieben, ist die wesentliche Erkenntnis aus der Salutogenese (…die Lehre, wie Gesundheit entsteht), dass der Mensch von Natur aus nach einem Sinn, einem Verständnis für Zusammenhänge und der Möglichket zum Mitgestalten strebt.

Weiters wissen wir aus der Neurobiologie, dass der Mensch sich nur dann neugierig auf Unterschiede einlässt, wenn gleichzeitig ein hohes Gefühl der Sicherheit und Verbundenheit gegeben ist.

Und, dass Verbundenheit nur über Wertschätzung funktioniert, ist leicht nachvollziehbar.

Wenn man nun diese Erkenntnisse aus der Salutogenese und der Neurobiologie zusammenzieht, erhält man ein schönes Grundrezept für Change und damit auch für Merger-Situationen:

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Wer in schwierigen Change Situationen ganz bewusst Zeit und Ressourcen in diese 6 Faktoren investiert, der wird sich nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter erhalten, sondern auch die Gesundheit und damit Überlebensfähigkeit der Organisation.