Aktuelle Merger Beobachtungen

Im Juni dieses Jahres ging wieder einmal ein großer Merger zweier Millardenunternehmen in der Europäischen Verpackungsindustrie über die Bühne. Die englische DS-Smith Verpackungsgruppe hat von der schwedischen SCA den Verpackungsbereich gekauft, der mindestens so groß ist wie sie selbst.

Letzte Woche gab es nun eine Pressekonferenz zum Fortschritt der Integration. Man könnte ja glauben, dass dort von neuen Möglichkeiten, Chancen und Ideen gesprochen wurde. Leider nein! Das proklamierte Ziel „built up from the complementary footprints of the two businesses“ wurde anscheinend nur aus der Kostensynergie-Brille verfolgt. Da ging es fast ausschließlich um Einsparungen, Einsparungen und Einsparungen.

Ist das wirklich alles was den Architekten dieses Mergers einfällt? Ist das alles gewesen, was man aus den „gemeinsamen Stärken“ machen kann? Wo bleibt hier die Kreativität, wo sind die guten Ideen, wo ist die Vision auf die gemeinsamen Stärken zu bauen und neue Chancen zu nützen?

Aber anscheinend ist es genau das, was die Investoren und Analysten hören wollen.

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2 Kommentare zu “Aktuelle Merger Beobachtungen

  1. … und am Ende der Geschichte steht dann ein weiterer Mergel der sich in die Reihe „erfolglos“ einsortieren wird. Schade bloß, dass dann wieder Arbeitsplätze vernichtet Familien in Schwierigkeiten gebracht, Gemeinden, Städte, Landkreise mit Problemen überzogen wurden. Die Manager, die das angezettelt und zu verantworten haben sind dann längst weitergezogen um den nächsten Merger zu organisieren!

    Und es stellt sich die Frage: Wie kann wer dazu beitragen, tatsächlich neue Perspektiven zu eröffnen, auf Stärken zu schauen usw. usw.

    Stephan Kasperczyk

  2. soll ich jetzt auch in dieses Staunen einstimmen, ein Staunen, dass mir berechtigt erscheint. Wie kommt es, dass Erkenntnisse (jeder-?-weiß doch in der Zwischenzeit um die mittel- und langfristigen Kosten dieser engen Perspektive) noch immer nicht zu anderen Haltungen, anderen Handlungen und Prozessen führen. Hat B.B. (Berthold Brecht) noch immer recht: „Dem Menschen ist das bekannte Unglück, lieber als das unbekannte Glück“. Was ist aber so Unbekannt, Fremd, Angst machend an dem, was man Unternehmenskultur, Werte, Sinn, Motivation, die menschliche Dimension, oder wie auch immer nennt. Welche Gefahr vermuten Analysten, Berater, Mangager gilt es zu bannen, indem man davon wegschaut. Und was sagt das über jene aus, die sich als Hero generieren, wenn die Einbeziehung dieser Dimensionen so gefährlich erscheinen, wie werden sie die wirklichen Herausforderungen der unbekannten Zuküfte bewältigen, die einen konstruktiven, gelassenen Umgang mit dem Ungewissen erfordern???

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