„Neues Sehen“ in M&A Transaktionen?

In Wien lief gerade eine Ausstellung mit Bildern des bekannten russischen Fotografen Alexander Rodtschenko. In den zwanziger Jahren hat er die fotografische Stilrichtung „Das neue Sehen“ geprägt, mit der er – die bis dato vorherrschenden – „Bauchnabelperspektive“ in Frage gestellt und stattdessen eine dynamischere Ausrichtung postuliert hat.

Wir verstehen es nicht die Natur zu finden, und vermögen sie nicht einmal zu sehen, um sie anderen zu zeigen. Im Grunde genommen sind wir einfach blind und sehen nur das was uns über Generationen überliefert worden ist. Jede neue Sicht löst eine Revolution aus (Rodschenko 1920).

Und genauso läuft es bei M&A; wir sehen nur das was wir gelernt haben zu sehen. Wir sehen alles nur aus unserer bekannten Bauchnabelperspektive: größer werden, Kosten senken, Stellen abbauen, Prozesse vereinfachen, Geschwindigkeit erhöhen usw. Und genau dieser alleinige Fokus resultiert dann darin, dass der überwiegende Anteil der Akquisitionen nicht das erreicht, was man sich erhofft hat.

Wir brauchen bei M&A auch eine neue Sicht…einen neuen Blick…eine Revolution. Damit meine ich eine unternehmerische Perspektive darauf, was – unter Ausnützung der gemeinsamen Stärken, Chancen und Potentiale – Neues gestaltet werden kann, das einen wirklichen nachhaltigen Mehrwert für die Kunden schafft.

Es freut mich dann ganz besonders zu lesen, dass beim Spezialchemiekonzern Altana – der gerade für die Akquisition einer Spezialsparte von Rockwood $635 Millionen ausgegeben hat – einmal nicht die Einsparungen im Vordergrund stehen: „Kostensynergien sind in dieser Transaktion von untergeordneter Bedeutung“ …

WR

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