Sport Eybl: Eine Möglichkeit mit unterschiedlichen Kulturen umzugehen ist es, eine davon einfach auszulöschen

Im September letzten Jahres habe ich noch über den Zusammenschluss des traditionellen Familienunternehmens Eybl (gibt es immerhin seit 1931) mit der britischen Kette Sports Direct geschrieben, und wie schwierig es ist, zwei so unterschiedliche Kulturen zusammen zu bringen. Als „Einstieg eines strategischen Partners“ wurde damals noch der Einstieg des britischen Sportartikel-Diskonters kommentiert.

Damals noch in der Hoffnung, dass die beiden Partner miteinander etwa gemeinsames neues aufbauen, sagte die Eigentümerin bei dem Einstieg:

„Da treffen schon zwei unterschiedliche Kulturen aufeinander: die Österreicher sind halt blumiger in ihrer Art, die Briten ziemlich straight. Sie entscheiden schnell und setzen das dann auch rasch um.“ (Catrin Aschenwald-Eybl)

Das mit dem „straight sein“ hat sich dann ziemlich schnell bewahrheitet. Nur ein paar Monate später haben die Briten von ihrem Optionsrecht Gebrauch gemacht und die Familie raus gekauft. Und als nächsten Schritt sind sie nun dabei, die alten Marken und Kulturen von Eybl schlicht und einfach auszuradieren.

Viele werden natürlich argumentieren, dass bei einem Verlust von €20 Millionen bei Eybl das Vorgehen des Käufers nur sehr verständlich sei; die Frage, die uns dabei allerdings immer wieder beschäftigt ist, wieviel Werte dabei vernichtet werden und, ob es nicht auch andere Wege gibt?

WR

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