Beiersdorf im Dilemma zwischen Dividenden und Aufbau Kriegskassa

Wissen Sie, was ein Double-Bind ist? Das ist ein Dilemma, dem ich mich nicht entziehen kann; wo egal, was ich mache, ich auf jeden Fall „eins über die Rübe“ bekomme.

In so einem Double-Bind befand sich gerade Beiersdorf bei der Entscheidung, Dividenden auszuschütten, oder lieber die Kriegskasse aufzufüllen, um mögliche nächste Akquisitionen rascher und leichter zu finanzieren.

Bei der letzten Hauptversammlungsdebatte des Hamburger Nivea-Konzerns ging es genau um diese Frage. Eigentlich ist es nicht Aufgabe der Unternehmen, Geld zu horten; gerade in unsicheren Zeiten ist dem Aktionär der sichere Spatz in der Hand lieber, als die fette Taube auf dem Dach. Auf der anderen Seite braucht es für strategisch wichtige Akquisitionen auch die entsprechenden Eigenmittel, die man sonst in der notwendigen Geschwindigkeit vielleicht nicht auftreiben kann.

Es gibt hier keine einfache Antwort auf diese Frage, aber ich freue mich, dass es zumindest opportun ist, darüber auf Hauptversammlungen zu reden. Denn das „Reden“ ist der einzige Weg, wie ich aus dem Double-Bind herauskomme.

WR

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Apple macht mega Produkte – Microsoft macht mega Stellenabbau

Eine smarte Stellenbereinigung nach Akquisitionen ist wichtig und sinnvoll, aber wenn Microsoft fast 15% des Personals abbaut, ohne, dass dies mit einer nachvollziehbaren Strategieänderung begründbar ist, dann zeugt das schon von einer massiven Orientierungslosigkeit oder von großen Versäumnissen in der Vergangenheit.

Wie kann man sich das vorstellen, dass ohne einer neuen gemeinsamen Vorwärtsstrategie plötzlich jeder zweite von der Nokia Sparte, oder jeder siebente vom Gesamtunternehmen überflüssig ist?

Wenn einem gar nichts mehr einfällt, dann macht man eben Stellenabbau…

WR

Brauchen wir PE-Fonds, um uns zu zeigen, was in unseren Firmen steckt?

Also, es ist ja schon seltsam, dass wir PE-Fonds brauchen, um uns zu zeigen, was in unseren Firmen steckt. Und ich klammere jetzt einmal Restrukturierungen und High-Leveraged Deals aus. Ich spreche vielmehr von Akquisitionen von ganz soliden, profitablen Unternehmen durch PE-Fonds. Und dann werfen diese Unternhemen plötzlich zweistellige Renditen ab. 

Interssant wird es aber erst bei Secondary Buyouts. Man denkt ja, dass der erste PE-Fonds schon alles aus dem Unternhmen rausgeholt hat. Und dann wird das Unternehmen wieder an einen weiteren Fonds verkauft; und dieser steigert dann wieder die Rendite.

Da frage ich mich dann, was nur mit den CEO’s und Eigentümer dieser Welt los ist; die sind ja auch nicht untätig?

WR

Österreich nach wie vor ein M&A-Entwicklungsland

„Niedrigzins und volle Kassen treiben Übernahmen“ liest man überall als Schlagzeile, und tatsächlich boomt der M&A-Markt in vielen Ländern. 

Leider nicht so, wenn man den österreichischen Mittelstand beobachtet. Da geht es nach wie vor viel „braver“ und „konservativer“ zu: da hat man fast 100% Eigenkapital, geht für Kredite nach wie vor zur Hausbank, wächst fast ausschließlich aus eigener Kraft und überlegt bei möglichen Akquisitionen meist so lange, bis das Target von jemanden anderen gekauft wird.

Österreich hat im Vorjahr mit etwas über 400 Transaktionen und einem Volumen von knapp 20 Mrd. Euro zwar wieder einen Spitzenwert an M&A-Transaktionen erreicht, wenn man aber genauer hinsieht, kommt die Mehrheit dieser Transaktionen aus der Bauwirtschaft als Folge der Alpine Pleite und aus dem Immobilienmarkt.

Der Anteil an grenzüberschreitenden Transaktionen sank gleichzeitig auf den niedrigste Wert seit 20 Jahren und in Osteuropa hat sich der Trend umgekehrt, so dass immer mehr österreichische Unternehmen von den östlichen Nachbarn gekauft werden.

Wenn die österreichischen Unternehmen hier nicht rasch umdenken und bereit sind auch mehr Risiko (=Fremdkapital) für anorganisches Wachstum auf sich zu nehmen, werden sie in der Europäischen Landschaft übrig bleiben. Da braucht es rasche und mutige unternehmerische Entscheidungen um die Chance von „Niedrigzins und volle Kassen“ auch tatsächlich zu nützen. 

Ich hoffe, dass vor allem die jüngere Generation, die in vielen Bereichen nun ans Ruder kommt, diesen Mut und die notwendige Weitsicht mitbringen.

WR