Merck Pharma: Woran merkt man, dass jemand etwas von M&A versteht?

Die berufliche Erfolgsbilanz von Frau Uta Kemmerich-Keil – der Chefin der Sparte Consumer Health des Pharmariesen Merck – ist mit ganz vielen Positionen im Finanz und M&A-Bereich gepflastert. Also werden ihr auch grosse Kenntnisse in diesem Bereich zugeschrieben. Die meisten in ihrer Position würde von grossen Akquisitionsplänen sprechen. Aber nein, sie scheint wirklich ihr Geschäft verstanden zu haben, dass dort nämlich Grösse nicht der Erfolgsfaktor Nummer eins ist. 

Und hier ihr Rezept, wovon viele – in vergleichbaren Branchen – etwas lernen könnten:

1) Der erste Schritt ist organisches Wachstum…
2) Als zweiten Schritt werden wir unsere starken Marken in weitere Märkte auszubreiten…
3) Erst wenn diese Schritte noch nicht ausreichen, um das angestrebte Ziel zu erreichen, dann schauen wir in diesen Märkten auch ganz gezielt nach Lizenzdeals oder Firmenzukäufen; aber das werden dann keine größeren strategischen Zukäufe sein…

Die wahre Kunst im M&A ist zu genau wissen, was man wirklich damit will.

W. Regele

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Bauchgefühl und M&A – wie passt denn das zusammen?

Am liebsten mache ich ja M&A-Transaktionen mit Familienunternehmen, welche noch „Eigentümer geführt“ sind.

Denn irgendwann nach der Due Diligence Phase kommt ein Punkt, wo es jemanden braucht, der bereit ist, Entscheidungen zu treffen und damit auch ins Risiko zu gehen. Irgendwann kommt der Punkt, wo jemand sagen muss: „…ich weiss zwar nicht alles –  es ist auch nicht alles perfekt – aber ich mach das jetzt einfach – weil ich ein gutes Gefühl habe…“.

In börsennotierten Unternehmen würden sie solche Entscheider wahrscheinlich auseinandergenommen werden. Wie geht denn das? Seit wann entscheiden wir denn mit Gefühl?

Und gerade in diesen Unternehmen können wir immer wieder eine erstaunliche Entscheidungsschwäche beobachten, wo keiner mehr bereit ist ins Risiko zu gehen und auch mal eine „Bauchentscheidung“ zu treffen. Wobei es natürlich auch Ausnahmen gibt. Die würden es allerdings niemals zugeben und ex post natürlich rationalisieren oder sich noch rasch ein passendes Beratergutachten holen.

Vertrauen Sie Ihrem Bauch oder auch dem Ihrer Kollegen – wenn man sich bewusst macht, dass letztlich alle Entscheidungen irgendwie nicht rational getroffen werden – dann können Sie es doch gleich zulassen – oder?

W. Regele

Evonik denkt nach…

Schlagzeile von heute: „Evonik denkt über Akquisition der niederländischen DSM nach“ 

Kann bitte irgendwer diesen Leuten endlich sagen, dass größer nicht gleich besser ist (Evonik: Chemie 14 Mrd. und DSM: Chemie 10 Mrd. Umsatz)?

Kann bitte irgendwer diesen Leuten endlich sagen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt, Geld auszugeben: 
– Evonik denkt über eine Sonderdividende nach, um überschüssiges Geld an die Aktionäre auszuzahlen, die können es woanders leichter und besser veranlagen…
– Evonik denkt nach, Ihre Kriegskasse zu nützen um ein grosses Gesundheitsprogramm für alle Mitarbeiter zu starten…
– Evonik denk nach, ein neues Startup-Programm für Umwelt-Innovationen im Chemiebereich zu finanzieren… 
– Evonik denk nach, mittelständische Firmen im Zulieferbereich zu unterstützen, um ganz neue Formen der Zusammenarbeit zu finden…

Und so weiter; you got the message?

W. Regele